VERANSTALTUNGEN IM KULTURBAHNHOF OTTENSOOS

Aktuelles
Samstag und Sonntag ist der Kulturbahnhof für Besucher von 14.00 - 17.00 Uhr geöffnet. Ab 23. Dezember bis einschl. 28. Januar 2018 geschlossen!

Aus Alt mach' Neu! Gemeinsames Textilrecycling in der "Nählust".
Naehlust-LogoDie Gruppe "Nählust" trifft sich immer am zweiten Freitag im Monat ab 15.00 Uhr zum kreativen Schneidern, Nähen, Ändern, Tausch etc. Spontane Neuzugänge sind willkommen!
Am 10. Februar 15.00 Uhr wurde der im BR-Fernsehen kürzlich ausgestrahlte Film über "Repair-Cafes" mit Einblick in die "Nählust-Aktivitäten" nochmals im Kulturbahnhof gezeigt.
Wer sich über die vielen weltweit wachsenden Initiativen des Selbermachens, Reparierens, kleinteiligen Kollaborationen informieren will, wo auch die "Nählust" vorgestellt wird, kann sich das Buch "Die Welt reparieren" (transcipt-Verlag) bestellen bzw. downloaden.

Lesekreis
Ein Lesekreis trifft sich im Bistro des Kulturbahnhofs regelmäßig am zweiten Montag im Monat ab 19.00 Uhr.






Rückblick Veranstaltungen 2017

9. und 10. November 2-tägiges Symposium "Rechte der Natur - Menschenrechte - Biokratie"

Identifikation, Renate Kirchhof-Stahlmann


Tagung in Ottensoos

Tagung in Ottensoos


Das vom Kulturbahnhof organisierte Symposium begann am ersten Tag mit einem Expertengespräch, an dem neben Wissenschaftlern auch Praktiker teilnahmen. Die ersten drei Referate (Prof. Stahlmann, Dr. Winter, Prof. Heupel in Vertretung von Prof. Seidel) wurden gefilmt. Nach der Kaffeepause und den Referaten von Prof. Ramsauer über Möglichkeiten und Grenzen einer Verankerung subjektiver Rechte der Natur in Deutschland und Prof. Freimann über möglicherweise unterstützende Strömungen in der Gesellschaft für einen naturbewahrenden kulturellen Wandel wurde ausgiebig diskutiert.
Der zweite Tag (unter der Regie des Umweltreferats der Stadt Nürnberg) wurde nach der Begrüßung von Umweltreferent Dr. Pluschke vom Initiator des Projekts "Rechte der Natur/Biokratie" Dr. Winter (HAUS DER ZUKUNFT Hamburg) eingeleitet und fortgeführt durch Christian Felber mit seinem ganzheitlichen, inzwischen weltweit verbreiteten Ansatz der Gemeinwohlökonomie. Die am Vortrag von Prof. Heupel geforderte Umkehrung der politischen Gewichtung zwischen Kapital, Arbeit und Natur (60/30/10) symbolisierte Felber mit einem gelungenen Kopfstand. Dr. Kora Kristof prüfte schließlich aus Sicht des Umweltbundesamts die Anschlussfähigkeit von mehr Rechten der Natur im Rahmen des Ressourcenschutzrechts und wies auf die Erfolgsbedingungen eines gesellschaftlichen Wandels hin. Danach folgte eine kurze Podiumsdiskussion. Eine Zusammenfassung der gesamten Tagung in Print- bzw. digitaler Form sowie als Video (You Tube) ist geplant.

Tagung in Nürnberg

Tagung in Nürnberg


Tagebuch Kulturbahnhof, Renate Kirchhof-Stahlmann


Zum Programm im einzelnen siehe Flyer zur Tagung "Rechte der Natur"
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Modern Jazz, 13. Juli

In neue Klangwelten entführte uns das Trio Leppinski mit Agnes Lepp (Gesang), Filip Wisniewski (Gitarre) und Lutz Häfner (Saxophon und Klarinette). Jazz der feinsten Art für Liebhaber experimenteller Musik mit überraschenden Kompositionen und von hoher Qualität der Ausführung.

Leppinski

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"Der Fränkische Jedermoo", 29. Juni

Theater Kuckucksheim

Die Originalfassung von Hugo von Hofmannsthal wurde von Fitzgerald Kusz und Jürgen Haberkamm ins Fränkische übersetzt und vom Theater "Kuckucksheim" (Stefan Kügel, Benjamin und Lutz Seeberger) mit Masken, Puppen, Musik und Texten mitreißend gespielt. Das Mysterienspiel vom Sterben des reichen Mannes, dessen Lebensgier unersättlich ist, der seinen Schöpfer und seine Mitwelt völlig vergisst und getrieben ist von Gier, Neid, Sex, egoistischer und narzistischer Selbstgefälligkeit - wer hätte da nicht Parallelen zu unserer heutigen Zeit erkannt!
Das Publikum honorierte die schauspielerische Leistung mit lang anhaltendem Applaus.

Jedermoo

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Selbstoptimierung- Königsweg zum Glück oder gnadenlose Geißel? 9. Mai
Anhand von 3 Filmausschnitten, moderiert von Konstanze Hess (Evang. Forum Hersbruck) und flankiert von Nicola Neitzel (Pfarrerin) und Daniela Fuchs (Trainerin, Coach, Mediatorin) wurden Fragen aufgeworfen, ob die umsichgreifende Selbstoptimierungswelle zu mehr Glück verhilft oder - angestachelt durch smart watches, Fitnessuhren, Kalorienkontrollen, wellness- und beauty-Angebote, Retouschierprogramme - zu einer gnadenlosen Geißel geworden ist? Kann der Mensch nicht einfach bloß leben und sich nicht als Projekt oder Unternehmen mit laufender Selbstdarstellung nach außen führen? Erzeugt nicht das Streben zur Selbstoptimierung noch mehr Egoisten, die nur ihre eigene Lage verbessern wollen und sich nicht mehr um den Zustand der Welt scheren?

Passend zum Lutherjahr (500 Jahre Reformation) wurde die Losung "Sola Gratia" entgegengehalten, nach welcher der Mensch allein dank der Gnade Gottes das Heil erlangt und sich nicht selbst das optimale und ewige Leben erschaffen kann.

Die anschließende Diskussion ermunterte zu einem selbstbestimmten Leben mit Zielen, die mit eigenen Fähigkeiten verbunden werden und auch der Allgemeinheit dauerhaften Nutzen bringen. Nur so kann Glück entstehen (und eine nachhaltige Entwicklung).

Veranstaltung zum Thema Selbstoptimierung

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Aus der Tretmühle zur Selbstbestimmung, 6. April
Dieter Wunderlich, ehemaliger Student von Prof. Stahlmann, 17 Jahre Berufserfahrung und zuletzt als Director Corporate Responsibility bei ALDI SÜD tätig, erläuterte anhand seines eigenen Lebens- und Berufswegs, warum viele gute Ideen, Initiativen und Projekte im Privaten aber auch im Beruf steckenbleiben und nie Realität werden. Vision und praktische Umsetzung, Effizienz und Effektivität müssen stets neu kombiniert und mit persönlichen und äußeren Rahmen- bedingungen abgeglichen werden. Sinnvoll wird die Arbeit erst dann empfunden, wenn die eigenen Intentionen und Fähigkeiten mit dem gesellschaftliche Nutzen im Einklang stehen. Das Ziel einer nachhaltigen Entwicklung mit zu integrieren ist dabei eine entscheidende Herausforderung.

Dieter Wunderlich ist inzwischen professioneller Coach für Menschen, Teams und Organisationen (Certified Professional Life & Leadership Coach, CPCC, ACC) und bietet u.a. eine Reihe von weiterführenden Workshops im Kulturbahnhof an (nähere Informationen über www.questcafe.com)

Dieter wunderlich

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Aus kontrolliertem Raubbau, 30. März
Als Gemeinschaftsveranstaltung mit der Studierendeninitiative OEPRO fand der Vortrag von Kathrin Hartmann diesmal im Hörsaal 112 der TH Nürnberg Fak. BW statt. Die Referentin las aus ihrem kürzlich erschienenen Buch (Titel wie oben) einige Passagen vor, die erhebliche Zweifel an Auszeichnungen/Zertifikaten mit dem Symbol "Nachhaltigkeit" entstehen ließen. Exemplarisch aufgeführt wurden die Verleihung des Deutschen Nachhaltigkeitspreises in Düsseldorf, die Erzeugung von Palmöl in Borneo und Indonesien sowie die Errichtung von Aquakulturen an den Küsten Bangladeshs. Im Anschluss an die kurz skizzierten Verbesserungsvorschläge zu einem glaubwürdigen Weg des "sustainable development" ergab sich eine kontroverse Diskussion. Die wichtige Funktion einer neutralen Kontrolle von Unternehmen oder staatlichen Stellen durch NGOs und investigativen Journalismus war im Auditorium allerdings unbestritten.

Kathrin Hartmann

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Die Bremer Stadtmusikanten, 25. März
Die Teilnehmer aus dem Umkreis des Lorenzer Ladens Nürnberg schlüpften in unterschiedliche Rollen des Grimm'schen Märchens und brachten mit szenischen Methoden eigene Ideen von Aufbruch/Ausbruch, Sehnsucht, Gerechtigkeit und Heimat zum Ausdruck. Unter der Regie von Susanne Gutmann und Thomas Zeitler (beide Psychodramaleiter) brachen die verstoßenen vier Tiere in Richtung eines utopischen Bremens auf und schafften es, räuberischen Kräften einen Ort abzuringen, wo sie auf Dauer ein gutes Leben führen konnten.

Bremer Stadtmusikanten Bremer Stadtmusikanten

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Plastic-Planet, 23. Februar
Filmplakat Plastic Planet Im Zeitalter des Anthropozän von einem "Plastikplaneten" zu sprechen ist nicht übertrieben, wenn man bedenkt, dass sich bereits in den Ozeanen rieisige Wirbel von Plastikmüll drehen (im Nordpazifik so groß wie die Fläche von Deutschland und Frankreich), dass ca. 20% des Ostsee- und Nordseesandes bereits aus Plastikkügelchen besteht und dass in unserem Organismus Plastik in Nanopartikeln bereits nachgewiesen werden kann.

Also höchste Zeit, darüber nachzudenken, wie man Plastik vermeiden kann! In der Diskussion nach dem Film von Werner Boote wurden dazu einige Vorschläge gemacht (z.B. weniger polyesterhaltige Textilien kaufen; Behälter, Taschen beim Einkauf mitbringen; nicht alles schnell und bequem haben wollen; Reparieren und Selbermachen statt Kaufen).


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Die SEKEM-Initiative, 13. Februar
Helmy Abouleish

Aus dem Schatten seines Vaters Ibrahim Abouleish ist Helmy Abouleish, leitender Manager des SEKEM-Unternehmens, längst herausgetreten. Von der Biofach aus Nürnberg kommend, berichtete er in eindrucksvoller Weise von der Herausforderung, die Wüste für biologisch-dynamischen Landbau urbar zu machen. Das sozial-ökologische Unternehmen SEKEM versteht sich außerdem als Kulturinitiative in enger Kooperation mit der umliegenden ägyptischen Bevölkerung und betreibt ein Berufsbildungszentrum, Krankenhaus, Forschungseinrichtungen und eine Universität für nachhaltige Entwicklung. Ein richtungweisendes Projekt auch für andere nordafrikanische Länder!

Vortrag - Die SEKEM-Initiative

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Rückblick Veranstaltungen 2016

Die smarte Diktatur, 8. Dezember
Bis auf den letzten Platz gefüllt war der Vortragsraum im Kulturbahnhof, als Harald Welzer sein beunruhigendes Bild vom gläsernen Menschen entwarf, der seiner Geheimnisse und Privatsphäre durch die Verführung der Neuen Medien beraubt wird. Es besteht die Gefahr, dass wir unsere Demokratie an "smarte" Diktatoren verspielen, die inzwischen auch über die "unsozialen Medien" (Welzer) agieren (siehe z.B. der Wahlkampf in den USA). Aus der nachfolgenden Diskussion ergab sich als wesentliches Fazit: Souverän sein, nicht jeden Mist mitmachen, selbst denken, Angebote vom "technologischen Faschismus mit dem lächelnden Gesicht"(Erich Fromm, Haben oder Sein) ablehnen, sind letztlich die wirksamsten Mittel, die jeder einzelne in einer (noch) freien Gesellschaft wahrnehmen sollte!

Harald Welzer

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Demokratie und Nachhaltige Entwicklung, 3. November
Roman Huber, geschäftsführender Vorstand von "MehrDemokratie", der erst vor kurzem zusammen mit Campac, foodwatch und Marianne Grimmen eine Verfassungsklage gegen das Freihandelsabkommen CETA eingereicht hatte, erläuterte die Grundregeln unserer Demokratie und kam nach Aufzeigen etlicher Defizite und Gefahren (Tendenz zur Plutokratie, Steuerung durch Großkonzerne, Lobbyismus, Entfernung der Politiker von den Wünschen und Sorgen der Bürger) auf das keinesfalls spannungsfreie Verhältnis zu einer nachhaltigen Entwicklung zu sprechen. Das Versprechen der Demokratie ist schließlich die Teilhabe aller am Güterreichtum hier und heute (und im Diesseits)! Um dennoch die Menschen in Strukturen einer Postwachstumsgesellschaft einzuüben empfahl er (trotz möglicher Rückschläge) u.a. die Einführung von mehr direkter Demokratie (z.B. Agenda21-Prozesse, Bürger-/Volksentscheide) und erläuterte Vor- und Nachteile einer sustainability-orientierten Demokratie im Kleinen anhand des Beispiels der Lebensgemeinschaft Schloß Tempelhof.

Roman Huber

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Sanierung Kulturbahnhof Am Sonntag den 11. September war wieder "Tag des offenen Denkmals".
Zahlreiche Besucher konnten sich über das Gebäude und seinen neuen Inhalt informieren. Es wurde auch eine Dia-Show über die Sanierungsgeschichte (2009 - 2012) gezeigt.
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"Gewinn durch Verzicht" war das Thema am 8. September, als Tina Braun (Redakteurin der Pegnitz-Zeitung) von ihrem Selbstversuch berichtete (siehe auch www.meinmonatohne.de).
Ein Leben ohne Fleisch, convenience-food, Auto, Handy, Plastikmüll wurde von ihr – monatlich abwechselnd – mit tatkräftiger Unterstützung ihres Mannes erprobt. Auch konnte sie erfolgreich ihren täglichen Bedarf mit 400 €/Monat bestreiten (größere Anschaffungen allerdings ausgenommen). Aus ihren Erfahrungen und auch aus der anschließenden Diskussion wurde deutlich, dass die Befreiung von Überflüssigem, die Mäßigung und bewusste Auswahl beim Konsum sowohl das eigene Wohlbefinden steigern als auch die hohe Belastung unserer natürlichen Umwelt reduzieren kann.

Tina Braun

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"Projekt Weltethos"
Über den Stand und die Perspektiven des von Hans Küng gegründeten "Projekt Weltethos" berichtete am 18. August Prof. und Pfr. Johannes Rehm. Lemia Yiyit von Bündnis90/DIE GRÜNEN und stellvertretende Vorsitzende des Integrationsrats der Stadt Nürnberg erzählte von ihrer Heimatstadt Antiochia, wo Menschen verschiedener Religionen friedlich zusammenleben. In der Diskussion wurden viele kritische Fragen gestellt (z.B. kann Ethik Religion ersetzen? Welche Reformbestrebungen gibt es im Islam? Wie gestaltet sich die Zusammenarbeit mit islamischen Gruppen in Nürnberg?

Johannes Rehm, Lemia Yiyit

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Kasperle-Theater im Kulturbahnhof
Am 9. August gab es erstmals für die Kleinsten ein Kasperle-Theater im Bühnen-Eigenbau, mit einem selbst entworfenen Stück und z. T. auch selbst gebastelten Puppen. Christa Moritz und Volker Stahlmann spielten auf engstem Raum "Krokodile schreien nicht"; die Kinder gaben wichtige Kommentare dazu und hörten zu ihrem Erstaunen, dass am Schluss der tapfere Kasper eine hohe Belohnung für die Errettung der Prinzessin (immerhin 10.000 €) nicht haben sondern spenden wollte für wohltätige Zwecke. Viel wichtiger war ihm, dass der König auf seinen Schlossneubau verzichtet, der seinem Garten und seiner PV-Anlage nur das Sonnenlicht rauben würde.

Kasperle-Theater im Kulturbahnhof

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Power to change

Power to Change - Die EnergieRebellion
Der Film von C. A. Fechner wurde am 15. Juni im Rahmen des agenda21-Kinos von Frank Braun (bluepingu e.V.) präsentiert (Foto rechts). Ebenfalls anwesend war die Firma IKRATOS (Weißenohe) mit ihrem geschäftsführenden Inhaber Willi Harhammer (Foto links), der mit dem Flaggschiff der Elektromobilität vorfuhr: einem Tesla S. Im Film wurde eindrucksvoll auf die Dringlichkeit und Machbarkeit einer solaren Wende und die Schattenseiten der alten Energiestrukturen hingewiesen. Die Quintessenz auch in der Diskussion war, dass jeder einzelne in seinem Rahmen einen Beitrag leisten kann; die Energiewende geht weiter - trotz Bremsmanövern von oben - regional und dezentral.

Power to Change Power to Change

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Klimapilger im Pegnitztal
Nicht 4 (wie auf dem Foto) sondern über 30 Teilnehmer waren es, die von Nürnberg (St. Jobst) aus über Ottensoos, Hersbruck, Eschenbach, Vorra zur Harnbachmühle (Mühlenkraft e.V.) pilgerten. Am 26. Mai (Fronleichnam) trafen sie abends im Kulturbahnhof Ottensoos ein, der ersten Station von Initiativen nachhaltiger Entwicklung im Landkreis Nürnberger Land. Anwesend waren auch Anika und Ali vom Eine Welt Café Jai-Ma (Pommelsbrunn), die zum mitgebrachten Film "Europäische Ökogemeinschaften" ihre Erfahrungen hinzuergänzten. Die Diskussion moderierte Pfarrer Zeitler (Nürnberg).

Klimapilger im Pegnitztal

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11. Mai, 19.00 Uhr
Was braucht der Mensch zu einem guten Leben? Sicher weniger als 10.000 Dinge, die jeder Deutsche im Durchschnitt besitzt und eine Befreiung von Überflüssigem, oft raffiniert aufgeschwatztem Konsum. Tobi Rosswog vom Aktionsnetzwerk "Living Utopia" berichtete aus seinen Erfahrungen, wie ein weniger geld- und fremdversorgtes Leben in einem neuen Miteinander des Nutzens und Teilens zu mehr Freiheit und Selbstbestimmung führen kann.
Tobi Rosswog Veranstaltung mit Tobi Rosswog

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Sonntag, 24. April, 17.00 Uhr
Der Engel schwebte über den zahlreichen Besuchern der Veranstaltung "Von der G(e)naden überlast", welche in das Leben und Wirken von Christina Ebner, der Nonne und Mystikerin aus dem ehemaligen Kloster Engelthal einführte. Ihre Würdigung war in diesem Umfang eine Premiere und gleichzeitig die letzte Veranstaltung des Kulturbahnhofs im Rahmen des Jubiläumsjahrs Karl IV.
Klangerlebnisse des Mittelalters schufen Hanna Eittinger (Gesang in Anlehnung an die Epoche von Hildegard von Bingen) und Antje Walter (Klangschalen, Gong und Monochord). Auszüge aus den Schriften von Christina Ebner verlas Renate Kirchhof-Stahlmann.

Gezeichnetes Tagebuch von Renate Kirchhof-Stahlmann, April 2016

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Donnerstag, 3. März
Die Gruppe "Kunst und Drama" führte das Theaterstück "Protest" von Václav Havel als Einakter auf. Vanęk, der Dissident (Gerald Arp) trifft auf Stanęk (Roland Beiküfner), der sich erfolgreich an das Unterdrückungsregime angepasst hat. Die Zuschauer erfuhren eindrucksvoll Ängste und Rückzugsargumente vor der eigenen Zivilcourage - stets aktuell!

Kunst und Drama

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Donnerstag, 25. Februar
Prof. M. Miegel kritisierte aus verschiedenen Blickwinkeln die vorherrschende Wachstumsideologie und Raubbauwirtschaft an Mensch und Natur und die zunehmende Ungleichverteilung von Vermögen und Einkommen weltweit. Überbordende Flüchtlingsströme sind bei diesem Wohlstandsgefälle und aufgrund des zu erwartenden Klimawandels nicht zu vermeiden. Seine Stiftung "Denkwerk Zukunft"(Bonn) hat mit dem Wohlstandsquintett eine übersichtliche Messung von Lebensqualität entwickelt. Sein Vortrag rief eine lebhafte Diskussion hervor.

Veranstaltung Miegel

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Sonntag, 07. Februar
Am Sonntag, den 7. Februar 17.00 Uhr war die Eröffnung einer kleinen Sonderausstellung zum Jubiläumsjahr von Karl IV. Sie wurde musikalisch umrahmt von Anna Späth und ihrer Tochter Geneva (vom Klangraum Schönberg). Die Ausstellung ist ganzjährig zu sehen und steht unter dem Motto "Böhmische Wurzeln - Wege nach Europa". Nach zwei kurzen Reden von Bgm. Falk und Bgm. Bisping zeigte Renate Kirchhof-Stahlmann ihre persönlichen Berührungspunkte zwischen Böhmen und Bayern auf, worin auch der Ottensooser Bahnhof eine historische Rolle spielt.

Karl IV. Vernissage

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Rückblick Veranstaltungen 2015

Freitag, 04. Dezember
Am 4. Dezember besuchte Ina Hemmelmann von der "anstiftung" (München) die Teilnehmer der Gruppe "Nählust" zu einem umfangreichen Interview. Die außergewöhnlich unterschiedlichen Aktivitäten der "Nählust" (die sich monatlich im Kulturbahnhof trifft) sollen in einem Buch (Arbeitstitel "Selbermachen statt Machenlassen") veröffentlicht werden.

Ina Hemmelmann in der
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Dienstag, 03. November, 19.00 Uhr
Bertram Verhaag und Rudof Thiessen Der Andrang war riesengroß, als der in England verbotene Film "Der Bauer und sein Prinz" gezeigt wurde. Beeindruckend, mit welcher Überzeugung, Tatkraft und Naturliebe der britische Thronfolger Prinz Charles (God save the Queen!) mit seinem Farmmanager David Wilson die ökologische Lebensmittelerzeugung auf seiner "Duchy Home Farm" in 30 Jahren vorangetrieben hat. Die im Anschluss geführte Diskussion mit dem eigens aus München angereisten Regisseur Bertram Verhaag sprach viele Ziele einer allein zukunftsfähigen ökologischen Landwirtschaft nochmals an: den Erhalt kleinbäuerlicher Strukturen, Regionalisierung, Reduzierung des Fleischkonsums, Vermeidung weggeworfender Lebensmittel, solidarische Landwirtschaft, Selbstversorgung statt Exportorientierung und den Prostes gegen TTIP. (Das Foto zeigt Bertram Verhaag mit dem für die professionelle Vorführung verantwortlichen Hobbyfilmer Rudolf Thiessen aus Lauf)
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Freitag, 16. Oktober, 19.00 Uhr
Johannes Rösch Ein vielseitiges Programm erwartete die Besucher der Veranstaltung "Das Textilsündikat - Weniger ist Mehr".
Zuerst berichtete Johannes Rösch (V.E.R.D.I) über das Projekt "ExChains", das zusammen mit Amirul Hacque Amin (Träger des Nürnberger Menschenrechtspreises 2015) zur Verbesserung der sozialen Situation der Näherinnen in Bangladesh initiiert wurde.
Ulrike Gärtl (Schneidermeisterin und Fachlehrerin) ergänzte mit Informationen zur sozialen und ökologischen Problematik sowie mit Anregungen zum verantwortungsvollen Kauf und Gebrauch von Textilien. Kreatives Ändern und Weiterverwenden von Kleidung wurde abschließend mit vielen originellen Beispielen aus der Gruppe "Nählust" demonstriert.
Ulrike Gärtl Das Textilsündikat - Weniger ist Mehr

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Sonntag, 13. September: Tag des offenen Denkmals
Tag des offenen Denkmals 2015 Motto: Handwerk, Technik, Industrie
Ca.100 Besucher konnten sich von 14.00-18.00 Uhr über die Sanierung des alten Ottensooser Bahnhofs, die handwerklichen Techniken und sein zukunftweisendes Konzept informieren.
Dazu wurden Führungen angeboten sowie der Film "Der letzte Halt" vom Filmemacher Rudolf Thiessen aus Lauf gezeigt.
Tag des offenen Denkmals 2015 Tag des offenen Denkmals 2015

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Samstag, 11. Juli
Am 11.Juli veranstalteten Bündnis90/DIE GRÜNEN des Landkreises ihr Sommerfest bei uns. Die musikalische Umrahmung kam von der Studentengruppe "Swinging Klezmen" aus Erlangen. Auch der Ottensooser Bürgermeister Falk (CSU) folgte der Einladung und plädierte für eine offene Kultur der Meinungsvielfalt. Ob seine Anwesenheit bereits auf mögliche neue Koalitionen in Bayern und darüber hinaus hinweist konnte der Landtagsabgeordnete und Vorsitzende der bayrischen Grünen Eike Hallitzky in seiner anschließenden Rede nicht beantworten.
Sommerfest Bündnis90/DIE GRÜNEN Sommerfest Bündnis90/DIE GRÜNEN

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Donnerstag, 02. Juli
Qi-Gong Mit den Übungen des Sonnen-Qi-Gong unter Anleitung von Angrid John rund um das Kunstobjekt "Im Zeichen der Sonne" fühlten wir uns mit Himmel und Erde sowie den Elementen verbunden, um das Leben neu und gestärkt zu bestehen.

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Dienstag, 30. Juni
Prof. Dr. Heinrichs von der Universität Lüneburg erläuterte sowohl - ausgehend von der Facebook-Community die historische als auch die aktuelle Entwicklung einer Ökonomie des Teilens (Sharing Economy). Dabei wurden private (gemeinnützige) und professionelle (profitorientierte) Initiativen aufgezeigt mit ihren möglichen Auswirkungen auf Klima und Ressourcen. In der anschließenden lebhaften Diskussion kamen auch weitere mögliche negative Begleiterscheinungen (Steuerhinterziehung, mangelnde Sozialabgaben, Rebound-Effekte) zur Sprache. Vortrag Prof. Dr. Heinrichs Vortrag Prof. Dr. Heinrichs

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Donnerstag, 11. Juni
"Bahnhofsgeschichten", Leitung: Gisela Gildemeister

Vom Gebrüll der benachbarten Löwen des Bahnhofs Zoo bis hin zu einer geglückten Zusammenführung von Fahrkarten und Hotelübernachtungsgutscheinen in einer IC-Odysee reichten die spannenden Bahnhofsgeschichten der Erlanger Schreibwerkstatt.
Schreibwerkstatt Schreibwerkstatt Schreibwerkstatt Schreibwerkstatt Schreibwerkstatt

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Sonntag, 17. Mai, 16.00 Uhr
Heiner-Vortrag Nach einer Einführung durch Renate Kirchhof-Stahlmann in ihren Zeiten-Zyklus zeigte Dr. Johannes Heiner anhand verschiedener Dichtungen von Rainer Maria Rilke die Verbindungen zur bildenden Kunst auf. Dabei wurde deutlich, dass der Künstler in seiner Sensibilität die Zukunft voraussehen und somit auch der Politik wesentliche Impulse vermitteln kann. Musikalisch begleitet wurde diese gemeinsame Interpretation der Weltläufe aus unterschiedlichen Zeiten von Helen Kluge mit ihrem Saxophon.

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Donnerstag, 7. Mai, 19.00 Uhr
Christian Felber Christian Felber erläuterte in seinem Vortrag über Gemeinwohlökonomie auf eindrucksvolle Weise, dass jegliches Wirtschaften (ausdrücklich nach den Artikeln verschiedener Verfassungen) primär dem Gemeinwohl zu dienen habe und nicht einem immer fragwürdiger werdenden individuellen Nutzen und egoistischer Profitgier. Die Mittel zum Zweck (Geld und Gewinnstreben) haben sich inzwischen verselbständigt, die Ziele des Wirtschaftens werden kaum noch diskutiert. Die Wirtschafts-Universitäten bieten keine universelle Bildung mehr, sondern sind extrem spezialisiert mit einer dominierend finanziell-monetären Ausrichtung - also eher einseitige "Perversitäten". In seinem Vortrag bezog Felber immer wieder das Publikum zu Abstimmungen ein (z.B. welche Gehaltsspreizung ist akzeptabel) und plädierte an den Souverän (das Volk), sich der Einseitigkeit und Zerstörungskraft der jetzigen Entwicklung bewusst zu werden und darauf zu drängen, dass ethisch- ökologisches Verhalten belohnt wird und nicht menschliche Charakterschwächen.

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MasterstudentInnen Mittwoch, 25. März
30 Master-Studentinnen und Studenten der Technischen Hochschule Nürnberg (Fakultät Betriebswirtschaft) besuchten uns und bekamen eine Führung über den "Genesis"- und den "Zeiten"-Zyklus sowie Informationen über das Konzept des Kulturbahnhofs und dessen nachhaltige Sanierung.

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Dr. Barthel Donnerstag, 12. März
Am Donnerstag 12. März warnte Dr. Barthel (Energie- und Klimaschutzreferent des Bund Naturschutz) vor den Gefahren des "Fracking" (Gewinnung von Gas bzw. Öl durch das Aufbrechen tieferer Gesteinsschichten). Nimmt man die Energiewende ernst, so erscheint es absurd, durch massiven Einsatz von Chemikalien und Energie die letzten fossilen Vorräte noch aus dem Erdboden herauszupressen. Die Risiken für das Grundwasser und Gebäudeschäden durch Vibration sind nach seiner Meinung in einem dichtbesiedelten Land wie Deutschland unabsehbar und unvertretbar.

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Montag, 2. März, 19.00 Uhr
Von allen Seiten umringt in vollbesetzten Räumen hielt Raphael Fellmer seinen Vortrag über sein glückliches Leben weitgehend ohne Geld. Die beiden Kinder Alma und Noam sowie seine Frau Nieves schauten über das Schalter-Fenster zu. Die entscheidende Botschaft von Raphael war: wieder mehr Autonomie zu gewinnen in der persönlichen Lebensgestaltung abseits von Verschwendung, Status-Symbolen und Konsumsucht. Seine Kernkompetenz der "Lebensmittelrettung" (worüber er erstaunliche Geschichten zu erzählen wusste) wurde spontan von einer Dorfinitiative aus Leipersloh (Kreis Windsbach) ergänzt. Frau Adelmann brachte mit ihrer Truppe gerettete Nahrungsmittel vom Tag (Karotten, Obst, Backwaren etc.), welche die Besucher entweder danach im Bistro essen konnten oder in Tüten mit nach Hause nahmen. Raphael Fellmer Besucher beim Vortrag von Raphael Fellmer

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Carmen Raesig Samstag, 21. Februar
Das Coaching mit Carmen Raesig (K.Hofmann GmbH Personal) hatte zum Thema "Der Weg zur inneren Ressource" - also den bewussten Zugang zu einem erfüllten Leben. Unter Einbindung in den Zeiten-Zyklus suchten die TeilnehmerInnen ihre eigene Lebenssituation zu erkennen und Antworten für eine positive Weiterentwicklung zu finden.

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Brigitte Nodnagel 12. Februar 19.00 Uhr
Brigitte Nodnagel las aus den "Kalendergeschichten" von Bert Brecht das Prosastück "Der verwundete Sokrates" und die Legende (in Versform) von der Entstehung des Buches Taoteking auf dem Wege des Laotse in die Emigration. Die Weisheit, die aus diesen Stücken sprach, wurde durch ihr Harfenspiel lebendig ergänzt.


Rückblick Veranstaltungen 2014

Weiger - gut leben statt viel haben
23. Oktober: Hubert Weiger „Gut leben statt viel haben – aktuelle Herausforderungen des Natur- und Umweltschutzes“

Vor dem Hintergrund aktueller Umwelt- und Naturschutzprobleme erläuterte Hubert Weiger (Vorsitzender des Bund Naturschutz Bayern und des BUND) Notwendigkeit und Chancen eines "guten Lebens" statt einer Jagd nach immer mehr Geld und materiellem Reichtum. Noch unter dem Eindruck der Ereignisse von Fukushima (er kam gerade aus einer Umweltkonferenz in Japan zurück)unterstrich er die Wichtigkeit der Energiewende und das in einer Demokratie unverzichtbare Bürgerengagement. Als Höhepunkt der alten Wachstumsideologie prangerte er die geplanten Freihandelsabkommen mit den USA und Kanada an (Unterschriftenlisten gegen TTIP und CETA im Kulturbahnhof!).


Hubert Weiger
"Tag des offenen Denkmals" am 14. September
Es kamen etwa 100 BesucherAngeboten wurden Führungen, eine Dia-Show über den ehemaligen maroden Zustand des Bahnhofs sowie Kaffee und Kuchen im Bistro.
Tag des offenen Denkmals
Am 24. Juli gab es in Ottensoos eine Kinderrallye. Auch im Kulturbahnhof waren dazu einige Aufgaben zu lösen.
Kinderralley

Kinderralley

Reheis - Befreiung vom Hamsterrad
10. Juli 19.00 Uhr Vortrag von Fritz Reheis "Befreiung vom Hamsterrad"

Wir alle stecken in Hamsterrädern, wobei der Hamster offensichtlich leichter den Ausweg findet also wir. Wie es dazu kommt und was dagegen unternommen werden kann wurde für Schule, Beruf und Alltag zunächst im Vortrag systematisch dargestellt und in der anschließenden lebhaften Diskussion an individuellen Beispielen erörtert. Dabei ging es auch um die Entschleunigung, Entrümpelung und Neuausrichtung des Bildungssystems zur Unterstützung einer Postwachstumsgesellschaft.

Woche der Sonne
„Woche der Sonne“ im und um den Kulturbahnhof vom 9. bis 18. Mai

Die Aktionswoche der Sonne in Ottensoos hat mit einem breiten Spektrum von Veranstaltungen auf die Notwendigkeit und die vielen Ansatzpunkte einer solaren Wende aufmerksam gemacht. Von Grundsatzreferaten über Konzerte, Filme, Vorstellung der Bürgerenergiegenossenschaft sind wichtige Akzente für eine erfolgreiche Energiewende im Nürnberger Land gesetzt worden. Dazu kamen Aussteller für Elektrofahrzeuge,Holzheizsysteme, integrierte PV-/Kollektormodule, Stromspargeräte, Stromeigenversorgung etc.. Allein bei den Elektroautos konnten fünf verschiedene Modell angeschaut und probegefahren werden. Die Agenda21-Gruppen des Landkreises sowie Energiewendebündnisse und der Bund Naturschutz halfen fleißig mit, damit alle Besucher gut informiert und mit Bioprodukten versorgt wurden. Am letzten Sonntag wurde nach einer Kräuterwanderung von den Veranstaltern die „flag of United Nature“ gehisst mit einem kurzen statement zum Eigenrecht der Natur. Besonders beeindruckt hat, dass sich der gesamter Ort an dieser Aktionswoche beteiligt hat: Kinderhaus, Grundschule, Bürgermeister, evangelische und katholische Kirche, Geschäfte, das Café Rotes Haus,die örtliche Raiffeisenbank – sie alle haben zum Erfolg beigetragen.

Woche der Sonne Woche der Sonne Woche der Sonne Woche der Sonne

Woche der Sonne


Woche der Sonne


Woche der Sonne


Woche der Sonne

* Freitag 9.5.19.00 Uhr Auftaktveranstaltung "Energiewende - Gewinn für alle" , Vortrag von Hans Josef Fell mit Grußworten von Bgm.Klaus Falk und Landrat Armin Kroder
(pdf-Datei von H.J. Fell)


Hans Josef Fell
* Sonntag 11.5. 16.00 Uhr Gitarrenkonzert mit Thomas Beer und Vadim Fissenko


Thomas Beer und Vadim Fissenko
* Dienstag 13.5.19.00 Uhr Interkommunale Bürgerenergiegenossenschaft Nürnberger Land, Vortrag von Manfred Liebel


Manfred Liebel
* Donnerstag, 15.5.19.00 Uhr Film Energiewende II mit Regisseur Frank Farenski


Frank Farenski
* Sonntag 18.5.10.30 Uhr Kräuterwanderung mit Birgit Lehmeier

Kräuterwanderung mit Birgit Lehmeier
16.00 Uhr Hissen der Fahne "United Nature" mit Volker Stahlmann und Dagmar Waßmann

Dagmar Waßmann
19.00 Uhr Gospelchor Leinburg (Pfarrer H.Plank)in der St.Veitskirche Ottensoos


Gospelchor Leinburg
Sonntag 27. April 17 Uhr „GENESIS“

Der im Kulturbahnhof Ottensoos ausgestellte Bilderzyklus von Renate Kirchhof-Stahlmann wurde erstmals über Beamerprojektion mit musikalische Interpretation und den Texten präsentiert. Instrumentalmusik mit Monocord von Anna Späth und Johannes Billich, Gesang und Textvortrag Rayka Wehner.


Genesis


Freitag 14. März 19.00 Uhr "Kleine Gefängnisse- Große Fluchten"

Da saßen nun die beiden aufgeregt zappend vor der Glotze und ließen sich von der Konsumwelt berauschen - bis Linda auf die skandalöse und revolutionäre Idee kam, die ihre Partnerschaft auf eine ernste Probe stellte: selbst einer Blume in der realen Welt wachsen zu lassen. Das von Drew Katzman erstmalig im West Theater Hollywood aufgeführte Stück wurde von Friederike Pöhlmann-Grießinger (KUNSTundDRAMA) neu bearbeitet und von ihr selbst zusammen mit Roland Beiküfner überzeugend gespielt.


Kleine Gefängnisse gorsse Fluchten
Am 6. Februar hielt Stephan Schäfer aus Köln seine Lesung „Reisen im Rückwärtsgang“.
Literarische Eisenbahnfahrten aus zwei Jahrhunderten u.a. mit H. C. Andersen, T. Capote, W. Koeppen, L. Sepúlveda und Kurt Drawert wurden lebendig vorgetragen und regten dazu an, auch über das eigene Reisen nachzudenken.

Veritanischer Tunnel - Rattengespann

Rückblick 2012/13

8.Dezember: "Der veritanische Tunnel" wurde vorgelesen von Roland Beiküfner, musikalisch begleitet von Dagmar Waßmann, Texte und Bilder stammten von Volker Stahlmann. Das Märchen für Erwachsene über Fortschritt, Wachstum und die Tragik des rechten Maßes führte im Anschluss noch zu vielen Diskussionen über alternative Lebensstile, scheinbare Wachstumszwänge und den Konsumwahn, der gerade zur Weihnachtszeit einen Höhepunkt erreicht.
Veritanischer Tunnel - Rattengespann

Veritanischer Tunnel - Blick ins Publikum

17. November: Meditation anhand der Mandala-Bilder von Renate Kirchhof-Stahlmann und den Klangschalen von Margit Dehler (2 Fotos: Frau Dehler mit Klangschalen und Eichelhäherbild)
Mandala Eichelhäher Bild und Klangschalenmeditation

6. November: "Hören, Essen und Trinken mit Jean Paul"
Eine Lesung für alle Sinne zum 250. Geburtstag des oberfränkischen Dichters erlebten die Besucher im Bistro des Kulturbahnhofs, die gemeinsam mit der örtlichen Agenda21-Gruppe organisiert worden war. Zu seinen literarischen Texten wurden wie am Schnürchen die Leibgerichte des schrullig liebenswerten Dichters serviert: Schnepfendreck, Sardellensuppe, Pellkartoffeln mit Backsteinkas und Jean-Paul-Bier aus Wunsiedel. Nachhaltigkeitsbezüge gab es allemal: zum Beispiel die Phantasiereisen des Luftschiffers Gianozzo - gestartet ganz ohne Klimabelastung von seinem 1Quadratmeter großen Schreibtisch der Rollwenzelei aus.
Jean Paul - Zeichnung von R.K.S.

Vortrag

25. Oktober 19.00 Uhr: Prof.Niko Paech (Univ. Oldenburg) "Befreiung vom Überfluss"

(mit Foto) Seit langem ist bekannt, dass wir weit über unsere Verhältnisse leben. Das gilt für den Energie-,Rohstoff- und Flächenverbrauch, unseren Fleischkonsum, das Reisen, die PS-und Elektronik-Aufrüstung und vieles mehr. In all dem liegt ein zerstörerisches Potential, wofür der Klimawandel nur e i n Anzeichen unter vielen ist. Niko Paech hinterfragt grundsätzlich die Zukunftsfähigkeit unseres Industrie- und Wertesystems und zweifelt daran, ob ein qualitatives Wachstum überhaupt möglich ist und fordert eine radikale Lebensstiländerung.
Prof. Niko Paech
Vortrag
23. Oktober 19.00 Uhr: Zukunftsfähige Energieversorgung für Ottensoos Potentiale erneuerbarer Energieträger, energetische Sanierung von Wohngebäuden, Förderprogramme

Am 23. Oktober stellte der für Ottensoos zuständige Energiecoach Hr. Heymann (Energieagentur Nordbayern) die Situation und die Potentiale (Sparen und regenerative Energie) für eine Zukunftsfähige Energieversorgung für die Gemeinde Ottensoos vor. Dabei wurde auch auf verschiedene Förderprogramme eingegangen. Jede Gemeinde hat nicht zu unterschätzende Möglichkeiten, die Energiewende aktiv zu unterstützen. In Ottensoos z.B. durch Ausbau der Photovoltaik und Wasserkraft zur Eigenversorgung mit Strom, durch Anbau von Energiepflanzen in der Landwirtschaft (z.B. Chinaschilf), eine Biogasanlage (ohne Maismonokultur), durch ein Energienutzungskonzept für das Brauereigelände, Förderung von (Mini-) Blockheizkraftwerken oder die Motivierung der BürgerInnen, sich an der Energiegenossenschaft des Landkreises Nürnberger Land finanziell und ideell zu beteiligen.
Zukunftsfähige Energieversorgung für die Gemeinde Ottensoos
11. - 13. Oktober: Bundesweiter Frauen-Arbeitskreis "Vorsorgendes Wirtschaften" (geschlossene Veranstaltung)

Vom 11. bis 13. Oktober trafen sich ca. 15 Frauen aus Deutschland, um das Konzept eines „Vorsorgenden Wirtschaftens“ weiter zu entwickeln u.a. über Forschungsprojekte, Veröffentlichungen und Tagungen. Vorgestellt wurde auch das vom „Netzwerk Vorsorgendes Wirtschaften“ kürzlich im Metropolis-Verlag herausgegebene Buch „Wege Vorsorgenden Wirtschaftens“.
Vorsorgendes Wirtschaften
8. September: Tag des offenen Denkmals

Ca. 80 Besucher nutzten die Gelegenheit, den Ottensooser Bahnhof baulich und inhaltlich kennenzulernen.
20. September: Konzert mit DuoCord

Vincent (Geige) und David Geer bewiesen erneut ihre erstaunliche Virtuosität und Musikalität vor einem begeisterten Publikum.
DuoCord
Pappkameraden - kreatives Gestalten mit Pappschachteln

Pappkameraden
Nach einer Führung durch die im Kulturbahnhof zahlreich ausgestellten Objekte gingen am 17. August 8 Kinder im Rahmen des Ferienprogramms draußen unter dem Vordach selbst ans Werk. Aus alten Pappschachteln, Klorollen, Eierschachteln und anderem entstanden lustige Figuren, welche die Kinder anschließend gerne als "Pappkameraden und -kameradinnen" mit nach Hause genommen haben.
Vortrag von Dr. Banning: Klappt das mit der Energiewende?

Die Weichen in Deutschland zum Atomausstieg und zur unverzichtbaren Energiewende sind gestellt! Alle Welt blickt auf uns, das Erneuerbare Energie Gesetz (EEG) wurde bereits von 50 Staaten als Vorbild übernommen, viele Bürger investieren trotz Wankelmütigkeit der Politik und der Bremsmanöver der alten Energiemonopole in regenerative Energien.

Der Vortrag von Dr. Banning (VV der Naturstrom AG) am 19. Juni zeigte die Ungereimtheiten aber auch die Chancen einer aktiven Zivilgesellschaft für das Gelingen der Energiewende auf. Übrigens: Der Wechsel zu einem Grünstromanbieter (Naturstrom, Greenpeace Energy, Lichtblick, EWS-Schönau) ist einer der schnellsten und unkompliziertesten Beiträge zur Energiewende!
Energiemix - Energiewende
Vortrag Dr. Banning Juni 2013
sustainable development

Am 14. Juni kamen unter der Leitung von Prof. Dr. Wild 15 Master-StudentInnen der GSO-Hochschule Nürnberg und arbeiteten im Kulturbahnhof in drei workshops über Themen des "sustainable development"
Workshop Juni 2013
Besuch einer Gruppe von ca. 40 Master-StudentInnen und ProfessorInnen von der Hochschule Pforzheim mit dem Schwerpunkt „Internationales Management“

Der Hut von Beuys
Am 13.Mai besuchte uns eine Gruppe von ca. 40 Master-StudentInnen und ProfessorInnen von der Hochschule Pforzheim mit dem Schwerpunkt „Internationales Management“. Die aus verschiedenen Ländern stammenden Studierenden waren unterwegs in einer mehrtägigen Tour, um unternehmerische Aktivitäten in der Metropolregion Nürnberg kennenzulernen. Ein unter Umweltaspekten sanierter Kulturbahnhof und Forum für nachhaltige Entwicklung konnte da natürlich nicht außen vor bleiben.
"Der Hut von Beuys" am 12. Mai 2013!

Der Hut von Beuys
Vor einer aufmerksamen Zuhörerschaft am Muttertag unterhielt sich der pensionierte Geschichtslehrer Roland Ebenhart mit dem Hut von Joseph Beuys – allein in Person des großartigen Schauspielers Roland Eugen Beiküfner. Der Künstler Beuys, der am 12.Mai 2013 seinen 92. Geburtstag gehabt hätte, war „Aufrührer, Anreger, und Demonstrant, Inszenator, Propagandist, Theoretiker, Praktiker und ... ein toller Lehrer“.
Eine gelungene Aufführung von „KUNST UND DRAMA“ unter Leitung von Friederike Pöhlmann Grießinger.
Das BIZ Nürnberg im Kulturbahnhof

Der Hut von Beuys
Im April wurde mit dem Bildungszentrum Nürnberg (Studium Generale) an vier Veranstaltungen das Thema „Was ist nachhaltige Entwicklung?“ anhand von Vorträgen und Führungen im Bahnhofsgebäude erörtert.
Donnerstag, 7.März fand um 19.00 Uhr die Veranstaltung "Jacke wie Hose" unter der Leitung von Mirjam Ärmänen statt
Kleiderpuppe Miriam Ärmänen
Mit viel Witz und Charme präsentierte Mirjam Ärmänen ihre Kollektion aus umgeänderten abgelegten Kleidern. Das erstaunte und sehr amüsierte Publikum erlebte nicht nur Verwandlungen aus Hosen zu Jacken sondern auch aus Schlüpfern zu Blusen, Fellen zu Taschen und Filzen zu Schmuck. 3 praktische Kurse mit Anleitungen zum Selbermachen folgten.

Am 22.2.2013 fand der Neujahrsempfang des Kreisverbands von BÜNDNIS90/DIE GRÜNEN im Kulturbahnhof statt.

"Regionale Energiewende - Energiewende von unten" war das Thema im vollbesetzten Vortragsraum am 8. Februar 2013!

Vortrag von Prof. em. Dr. Volker Stahlmann
Landrat Armin Kroder stellte das Integrierte Klimaschutz-Konzept des Landkreises vor und wies auf die Potentiale hin, die von einzelnen Kommunen zu erfassen sind, so dass daraus ein zielführender Energiemix aus regenerativen Energieträgern, Energiesparmaßnahmen und einer restlichen zentralen Versorgung von außen wird.
Georg Rauh (1.Bgm von Offenhausen) präsentierte die vielfältigen dezentralen Projekte (Biogas, Photovoltaik,BHKW, Windkraft)in seiner Gemeinde, die ganz wesentlich mit Bürgerbeteiligung (finanziell und mit Realleistungen) entstanden sind. In diesem Zusammenhang wurde von Manfred Liebel (Gründungsmitglied der Landkreis-Energiegenossenschaft) und Bernd Hölzel (Leiter der Kreisentwicklung)die Bedeutung von Bürger-Energie-Genossenschaften (in Deutschland z.Zt. 600)hervorgehoben. Erneuerbare Energie
In der von Volker Stahlmann geleiteten und sehr sachlich geführten Diskussion wurden sowohl die einzelnen in Frage kommenden erneuerbaren Energieträger (Kosten, Effizienz, Umweltentlastung,Sicherheit) beleuchtet als auch Fragen der rechtlichen Ausgestaltung von Bürgerbeteiligungsmodellen und neuer Netzstrukturen behandelt. Dabei wurden wertvolle Anregungen von einem Aufsichtsratsmitglied der Jurenergie (Pof.Wild) gegeben.

Die Freien Wähler im Kulturbahnhof

Vortrag von Prof. em. Dr. Volker Stahlmann
Am 27. Januar besuchte den Kulturbahnhof mit seinem Kunstmuseum eine Gruppe der im Gemeinderat Ottensoos vertretenen Freien Wähler zu einer Führung.
Am 6.Dezember 2012 20.00 Uhr fand eine Probe für das Märchen "Der veritanische Tunnel" statt. Der veritanische Tunnel
Workshops des Master-Studiengangs Betriebswirtschaft an der GSO-Hochschule Nürnberg zu den Themen „Corporate Social Responsibility“ und „Sustainable Management“

Workshop 1 Workshop 2
Am 30.11.2012 fand im Kulturbahnhof ein Seminar für den Masterstudiengang Betriebswirtschaft der Georg-Simon-Ohm Hochschule Nürnberg (Fach: Sustainable Development) statt.

Die Themenstellung für die drei Workshops waren für:

Gruppe1: Wie gehen die Bürger in Deutschland mit dem Leitbild „Nachhaltigkeit“ um? Sind die Menschen Ihrer Meinung nach für die „Große Transformation“ bereit? (Stichworte: Wendezeit - Radikaler Wandel)

Gruppe2: Ist eine „Grüne Wirtschaft“ der Weg zur Umsetzung des Leitbilds einer nachhaltigen Entwicklung? (Stichworte: Green Economy - Postwachstumsgesellschaft - Effizienzstrategie)

Gruppe 3: Wie könnte eine Kultur der Nachhaltigkeit aussehen? Was wäre notwendig, um Verantwortung für eine nachhaltige Entwicklung zu übernehmen? (Stichworte: Unternehmen - private Haushalte - Politik)

Vortrag „Nachhaltige Entwicklung – was ist das?

Vortrag von Prof. em. Dr. Volker Stahlmann
Der Vortrag am 22. November 2012 von Prof. em. Dr. Volker Stahlmann war als erste allgemeine Einführung in das für uns alle vorrangige Bildungsziel für das 21. Jahrhundert „Nachhaltigkeit Lernen“ gedacht, worauf der Kulturbahnhof Ottensoos sein gesamtes Programm ausrichtet. (Die von der UNESCO-Kommission offiziell überreichte Fahne weist ebenfalls inzwischen gut sichtbar darauf hin). Wir stehen inmitten einer Wendezeit für Politik, Wirtschaft, Technik und die kulturellen Werte unserer Gesellschaft. Um das Ziel einer nachhaltigen Entwicklung zu erreichen bedarf es allerdings erheblich verstärkter Anstrengungen, die über die Energiewende und technische Innovationen hinaus auch Änderungen des Lebensstils (z.B. umweltbewusstes Konsumverhalten, Sein statt Haben) und des Politikstils (z.B. beteiligungsoffene Kommunalpolitik) erforderlich machen. Am Schluss zeigte der Referent noch seine persönliche CO2-Bilanz. Weitere Referate/Podiumsdiskussionen/Gesprächsrunden mit unterschiedlichen gesellschaftlichen Gruppen werden folgen.
Urkundenüberreichung: Auszeichnung des Kulturbahnhofs als offizielles Projekt der UNESCO „Bildung für nachhaltige Entwicklung“

Überreichung der Urkunde - Foto: Buchner-Freiberger Pegnitz-Zeitung
Am 30. Oktober wurde Renate Kirchhof-Stahlmann und Volker Stahlmann die Urkunde über die Auszeichnung des Kulturbahnhofs als offizielles Projekt der UNESCO „Bildung für nachhaltige Entwicklung“ von der Bundestagsabgeordneten Marlene Mortler (CSU) im Beisein des Ottensooser Bürgermeisters Klaus Falk (CSU) überreicht. Unter 1500 Bewerbungen aus ganz Deutschland erhielten nur 25 diese Auszeichnung. Die UN-Fahne ist inzwischen gehisst und flattert im Wind. Nach der Überreichung erhielten Frau Mortler und der Bürgermeister noch eine Führung durch das gesamte Bahnhofsgebäude. Beide äußerten sich mit großer Anerkennung über das Konzept und die Ausstellung.
Vortrag: „Geld und Magie“ vom Schweizer Nationalökonom Prof. em. Dr. H.C. Binswanger

Vortrag von Prof. em. Dr. H.C. Binswanger
Vortrag von Prof. em. Dr. H.C. Binswanger Am 11. Oktober 2012 war im Kulturbahnhof der bekannte Schweizer Nationalökonom Prof. Dr. H.C. Binswanger zu Gast und hielt einen Vortrag über „Geld und Magie“. Er stützte sich dabei auf seine Deutung und Kritik der modernen Wirtschaft anhand von Goethes Faust II (hg. im Weitbrecht Verlag Stuttgart). Die von ihm in mehreren anderen Veröffentlichungen behandelten Themen „Geld und Natur“, „die Dynamik der Geldwirtschaft“, „Wachstumsdrang und Wachstumszwang“, erhielten auf diese Art und Weise eine überzeitlich gültige „klassische“ Fundierung.
In der anschließenden sehr lebhaften Diskussion wurde natürlich auch auf die aktuelle Eurokrise, die Überschuldung der Weltwirtschaft, das Zinsphänomen und die Problematik der allgemeinen Wachstumsfixierung der Politik eingegangen. Die Gespräche wurden bis spät in die Nacht im Bistro des Kulturbahnhofs im kleinen Kreis fortgeführt.

Prof. Dr. H.C. Binswanger im Gespräch mit Dr. Stahlmann
Film „Vom Bahnhof zum Kulturbahnhof“

Ein Filmausschnitt

Am 5. Juli 20.00 Uhr wurde der Film über die Sanierungsgeschichte des Bahnhofs gezeigt. Das Interesse war so groß, dass er sogar zweimal hintereinander (sozusagen im „Schichtbetrieb“) vorgeführt werden musste.

Ein Blick ins Publikum
Der Filmer Herr Thiessen im Gespräch mit Dr. Volker Stahlmann Für die gelungenen interessanten Einblicke in das dreijährige Sanierungsabenteuer erhielt der Filmemacher Rudolf Thiessen aus Lauf viel Beifall. Viele Besucher staunten, wie aus einem heruntergekommenen Gebäude ein solches Schmuckstück entstehen konnte.
Im Anschluss an die Filmpräsentation gab es noch genug Möglichkeit, mit den Eigentümern Dr. Volker Stahlmann und Renate Kirchhof-Stahlmann ins Gespräch zu kommen und Einzelheiten wie z.B. über Baumaterialien und die Probleme mit dem Denkmalschutz zu erfahren. Getränke und ein kleiner Imbiss wurden gerne im Bistro und auf dem Bahnsteig angenommen.

Eröffnungsfeier des Kulturbahnhofs Ottensoos
(von Christa Moritz, in gekürzter Fassung erschienen in: Pegnitz-Zeitung vom 15. Mai 2012)

Einen Abend wie diesen hätte sich der alte Bahnhof in Ottensoos nicht träumen lassen, und dass aus ihm einmal ein Ort für Kunst und Kultur werden sollte, schon gleich gar nicht. Wo früher die Sommerfrischler aus Nürnberg mit ihren Köfferchen ankamen, um sich im nahen Kurhaus zu erholen, wandeln an diesem Freitagabend festlich gekleidete Menschen, ein Gläschen Sekt oder Saft balancierend, Gemälde, Objekte und Bücher über Ökologie und Ökonomie betrachtend. Der „Kulturbahnhof Ottensoos“ - das Projekt von Renate Kirchhof-Stahlmann und Volker Stahlmann - feiert seine offizielle Eröffnung.

Wassmann Mit den sanften Klängen eines Klezmer-Stückes stimmt die Musikerin Dagmar Waßmann auf die Feier ein. Anschließend begrüßt der Hausherr Volker Stahlmann die zahlreichen Gäste, die trotz des schwülen Wetters hierher gefunden haben.
Dr. Stahlmann

Aus seiner Rede erfahren sie, dass das Bahnhofsgebäude 1859 von dem berühmten Architekten Friedrich Bürklein erbaut wurde, der wesentlichen Einfluss auf die Bahnhofsarchitektur hatte und unter anderem das Maximilianeum und das Fürther Rathaus entworfen hat. Nach zweimaliger Erweiterung verließ die Bahn 1985 das Gebäude, von da an wurde es privat genutzt. 2008 stand es erneut zum Verkauf. Um diese Zeit wurde Professor Stahlmann auch von seiner Fakultät Betriebswirtschaft emeritiert. Aus ihm wurde aber kein Eremit, wie Festredner Georg Winter später launig bemerkte, weder im Liegestuhl wollte er sich ab jetzt ausruhen, noch eine Weltreise oder Kreuzfahrt unternehmen, nein, er hatte vor, die ihm nun zur Verfügung stehende Zeit sinnvoll zu nutzen. So entschloss er sich, zusammen mit seiner Ehefrau, der freischaffenden Künstlerin Renate Kirchhof-Stahlmann, nach vielen Zweifeln und Abwägungen das geschichtsträchtige Gebäude Anfang 2009 zu erwerben und zu restaurieren. Wie so oft in solchen Fällen begann erstmal ein zäher Behördenkampf, aber die beiden ließen sich nicht entmutigen, sie machten weiter und fähige einheimische Handwerker, zahlreiche freiwillige Helfer und unermüdliche Eigenarbeit trugen zum Gelingen bei.

Was war das Ziel dieser ganzen Plackerei, uneigennützig und ohne Renditeabsicht? Es ging darum, ein historisch wertvolles Gebäude zu erhalten, mit neuem Leben zu erfüllen, aber nicht mit „Events“, sondern mit Bildungs- und Wissensvermittlung, so dass wir wieder lernen, der Natur, die uns reich macht, nicht zu schaden. Renate Kirchhof-Stahlmann möchte mit Mitteln der Kunst das breite Spektrum der Nachhaltigkeit anschaulich zu machen, es geht ihr um die Wechselbeziehung zwischen Natur und Kunst. Vorgesehen sind Vorträge, Kleinkunst, Filme und Workshops, letztendlich soll der Kulturbahnhof in eine Stiftung überführt werden.

Bürgermeister Falk Der Bürgermeister von Ottensoos, Klaus Falk, betonte in seinem Grußwort, dass die Restaurierung des altehrwürdigen Bahnhofgebäudes ein Glücksfall für den Ort sei. Der entstandene Kulturbahnhof diene dazu, die Aufmerksamkeit der Menschen aus der Gegenwart heraus in die Zukunft zu lenken und aus der Gleichgültigkeit herauszureißen. Wenn dann einer in Bezug auf schonenden Umgang mit Ressourcen sagt: „A bissl was kann ich selber dazu beitragen“, sei schon viel gewonnen. Mit dem denkwürdigen Satz: „Wir können unsere Natur nicht so behandeln, als hätten wir noch eine zweite im Keller“, beendet er seine eindrucksvolle Rede.

Auch Landrat Armin Kroder findet viele lobende Worte und meint, dass man den Landkreis Nürnberger Land inzwischen als „Heimat für Kreative“ bezeichnen könne. Den Begriff „Nachhaltigkeit“, von dem heute oft die Rede ist, erklärt er mit einfachen Worten so: „Wenn wir Menschen uns der Natur gegenüber rücksichtsvoll verhalten, dann ist das nachhaltig.“ Auch sein Satz: „Es ist gut, dann neue Wege zu gehen, wenn sie die besseren sind“ ist nachdenkenswert.

Landrat Kroder
Festredner Dr. Winter Den Festvortrag hält der temperamentvolle Georg Winter, der extra aus Hamburg angereist ist. Er ist ein Multitalent. Nicht nur dass er der Initiator des „Hauses der Zukunft“ - eines internationalen Modellprojekts für nachhaltiges Wirtschaften – ist, er gilt auch weit über Deutschland hinaus als Pionier für die Entwicklung und Verbreitung umweltorientierter Unternehmensführung. Daneben malt er, dichtet und begeisterte 2006 ein Millionenpublikum als Wettkandidat in der Sendung von Thomas Gottschalk „Wetten, dass......?“ wo er seine selbst verfassten Zungenbrecher in atemberaubendem Tempo vorsprach und so zum Wettkönig gewählt wurde.
Mit niveauvollen Bonmots erheitert er die Zuhörer und drückt seine große Hochachtung und Bewunderung für Volker Stahlmann und Renate Kirchhof-Stahlmann aus. Er spricht von der Wiedervereinigung des zivilisierten Menschen mit der Natur, von den großen Chancen der Kunst. „Kunst hat die Möglichkeit, komplexe Sachverhalte auf den Punkt zu bringen. Kunst kann auch lehren, sich unabhängiger vom Geld zu machen.“ Dann kommt er wieder auf den Bahnhof zurück, der für ihn von hohem architektonischen Reiz ist, der Emotionen weckt, ein Ort des Nachdenkens, ein Ort des „Woher“ und „Wohin“. Er schlägt einen Bogen „zum Bahnhof des Lebens“: Landen wir auf einem Sackbahnhof? Ist es gar die Endstation? Was ist mit den Signalen, mit den Weichen?

Zuletzt beschreibt die Künstlerin selbst einen Rundgang durch das Museum. Sie schließt mit den Worten: „Wir leben in einer Wendezeit, das spüren wir. Es gibt die Möglichkeit zu scheitern, aber auch zu einem Neuanfang.“ Renate Kirchhof-Stahlmann

(Stand: 17.11.2017)